18-Monats-Fahrplan: Deine Marke verkaufsbereit machen
Von der ersten Bestandsaufnahme bis zum Verkaufsgespräch. Ein konkreter Zeitplan, der zeigt, wann Du was tun solltest, damit Deine Marke den Firmenwert maximiert.
Die meisten Inhaber, die ihr Unternehmen verkaufen wollen, beginnen mit dem Treuhänder. Bilanz aufräumen, Bewertung erstellen, steuerliche Optimierung. Das ist richtig und wichtig.
Aber es fehlt ein Kapitel: die Marke.
Wir haben einen Fahrplan entwickelt, der zeigt, wann welcher Schritt sinnvoll ist. Kein Theoriemodell. Sondern das, was wir aus realen Projekten gelernt haben.
Monat 18 bis 15: Bestandsaufnahme
Das ist der Moment der Ehrlichkeit. Nicht der Moment für Aktionismus.
Googel Deinen Firmennamen. Im Inkognito-Modus, ohne eingeloggt zu sein. Schau Dir an, was ein Fremder sieht. Dann mach dasselbe mit Deinem stärksten Mitbewerber. Der Unterschied zwischen diesen beiden Eindrücken ist Dein Problem. Oder Deine Chance.
Fragen, die Du Dir stellen solltest:
Ist die Website aktuell und mobilfähig? Gibt es Google-Bewertungen? Ist das Logo professionell oder selbstgemacht? Gibt es eine klare Beschreibung dessen, was das Unternehmen macht? Findet man Referenzen oder Kundenstimmen?
Schreib die Antworten auf. Nicht im Kopf behalten. Aufschreiben. Das wird Deine Checkliste für die nächsten Monate.
Monat 14 bis 12: Strategie
Hier entscheidest Du, was nötig ist. Drei Szenarien:
Szenario A: Refresh. Logo und Grundgerüst stimmen, aber die Website ist veraltet und es fehlen Kundenstimmen. Aufwand: CHF 10’000 bis 20’000, 4 bis 6 Wochen.
Szenario B: Rebranding. Das Erscheinungsbild ist 15+ Jahre alt, wirkt nicht mehr zeitgemäss und passt nicht zum aktuellen Angebot. Aufwand: CHF 20’000 bis 40’000, 6 bis 10 Wochen.
Szenario C: Alles steht schon. Dein Auftritt ist professionell, die Website funktioniert, es gibt Bewertungen. Dann brauchst Du nur Brand Guidelines dokumentieren (falls noch nicht vorhanden) und eventuell Feinschliff. Aufwand: CHF 3’000 bis 8’000, 2 bis 4 Wochen.
Die meisten KMU, die wir begleiten, landen bei Szenario B. Nicht weil das Unternehmen schlecht geführt ist, sondern weil die Aussenwirkung seit dem Gründungsjahr nicht mehr angefasst wurde.
Monat 11 bis 8: Umsetzung
Jetzt wird gebaut. Bei uns läuft das in vier Phasen:
Haltung. Was steht das Unternehmen? Was soll bleiben, auch wenn Du gehst? Das sind keine philosophischen Fragen. Das sind die Grundlagen für alles, was der Käufer sehen will.
Klarheit. Positionierung, Zielgruppe, Botschaften. Alles, was bisher in Deinem Kopf war, kommt aufs Papier.
Führung. Logo, Farben, Typografie, Bildsprache, Templates, Brand Guidelines. Das visuelle System, das jeder anwenden kann.
Wirkung. Website, Google-Profil, Referenzseite. Alles, was nach aussen sichtbar ist.
In 6 bis 10 Wochen steht das Ganze. Dann beginnt die wichtigste Phase.
Monat 7 bis 4: Wirkung entfalten lassen
Das ist die Phase, die viele überspringen. Und genau deshalb scheitern sie.
Eine neue Website braucht Zeit. Google muss die Seite crawlen, indexieren und bewerten. Das dauert 3 bis 6 Monate. In dieser Zeit sammelst Du organische Sichtbarkeit, bekommst erste Anfragen über die neue Website und baust Bewertungen auf.
Was Du in dieser Phase tun solltest:
Bitte fünf zufriedene Kunden um eine Google-Bewertung. Ernsthaft, frag sie einfach. Die meisten machen es gern. Aktualisiere Dein LinkedIn-Profil. Versende eine Mitteilung an Bestandskunden über den neuen Auftritt (ohne das Wort “Verkauf” zu erwähnen, selbstverständlich).
Diese Phase ist entscheidend, weil sie Beweise liefert. Ein Käufer sieht nicht nur eine neue Website. Er sieht eine neue Website mit Bewertungen, mit Sichtbarkeit, mit Ergebnissen. Das ist der Unterschied zwischen Kosmetik und Substanz.
Monat 3 bis 0: Ernte
Jetzt sitzt Du mit Deinem Treuhänder am Tisch und besprichst die Bewertung. Und diesmal bringst Du etwas mit, das die meisten Verkäufer nicht haben:
Einen professionellen Markenauftritt, der seit Monaten Ergebnisse zeigt. Dokumentierte Brand Guidelines, die dem Käufer übergeben werden können. Eine Website, die eigenständig Anfragen generiert. Google-Bewertungen, die Vertrauen schaffen.
Dein Treuhänder rechnet mit Multiples. Du lieferst die Argumente für den oberen Bereich dieser Multiples.
Was passiert, wenn Du zu spät startest
Drei Monate vor dem Verkauf ist zu spät für einen sauberen Relaunch. Eine frische Website ohne History, ohne Bewertungen, ohne organische Sichtbarkeit wirkt wie ein Anstrich vor der Wohnungsbesichtigung. Käufer erkennen das.
Sechs Monate reichen für das Branding-Projekt selbst, aber nicht für die Wirkungsphase. Du hast eine schöne neue Marke, kannst aber nicht beweisen, dass sie funktioniert.
Zwölf Monate ist das Minimum. Achtzehn Monate ist komfortabel.
Wo stehst Du auf dieser Zeitleiste? Wenn Du es noch nicht weisst, finden wir es in einem Gespräch heraus. Schreib uns, was Du vorhast. Wir sagen Dir, was realistisch ist.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Branding-Vorbereitung vor einem Unternehmensverkauf? +
Ideal sind 12 bis 18 Monate. In dieser Zeit lässt sich ein professionelles Branding aufbauen, eine neue Website lancieren und genug Sichtbarkeit aufbauen, damit die Investition beim Verkauf messbare Ergebnisse zeigt.
Was sollte man als Erstes tun? +
Ein Brand Audit. Googeln Sie Ihren eigenen Firmennamen im Inkognito-Modus und bewerten Sie ehrlich, was ein Fremder sieht. Dann vergleichen Sie Ihren Auftritt mit dem stärksten Mitbewerber in Ihrer Region.
Kann man ein Branding auch in 3 Monaten machen? +
Das Branding-Projekt selbst dauert 6 bis 10 Wochen. Aber Google braucht Monate, um eine neue Website zu indexieren und zu bewerten. Ausserdem wirkt ein frisches Branding unmittelbar vor dem Verkauf unglaubwürdig. Planen Sie mindestens 6 Monate ein, besser 12.