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Branding oder Website zuerst? Die richtige Reihenfolge für Gründer und KMU

Branding oder Website zuerst? Warum die Reihenfolge entscheidet, was passiert, wenn Du die Website ohne Markenfundament baust, und wie Du beides smart kombinierst.

Branding oder Website zuerst? Die richtige Reihenfolge für Gründer und KMU

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: «Brauche ich zuerst ein Branding oder zuerst eine Website?» Und die Antwort ist eindeutig: Zuerst das Branding. Immer.

Nicht weil ich Branding verkaufe, sondern weil die umgekehrte Reihenfolge Dich Geld kostet. Viel Geld. Und Zeit. Und Nerven. Ich erkläre Dir, warum.

Warum die Reihenfolge nicht egal ist

Eine Website ist eine Anwendung Deiner Marke. Sie ist nicht die Marke selbst. Genauso wie eine Visitenkarte oder ein Instagram-Profil eine Anwendung ist. Wenn die Marke nicht definiert ist (wer Du bist, wofür Du stehst, wie Du klingen und aussehen willst), dann baust Du eine Anwendung ohne Grundlage.

Das ist wie ein Haus bauen ohne Grundriss. Klar, Du kannst einfach loslegen. Die Wände stehen am Ende auch. Aber die Küche ist im Keller, das Bad hat kein Fenster, und spätestens wenn Du einziehst, merkst Du, dass nichts zusammenpasst.

Bei Websites passiert genau das. Ständig.

Was passiert, wenn Du die Website zuerst baust

Ich sehe es regelmässig in meiner Praxis. Gründer:innen und KMU bauen eine Website (meistens unter Zeitdruck, weil «man ja eine Website braucht») und stehen sechs bis zwölf Monate später vor dem gleichen Problem: Der Auftritt passt nicht.

Szenario 1: Der Webdesigner trifft alle Markenentscheidungen

Du gibst einem Webdesigner den Auftrag. Er fragt: «Welche Farben? Welche Schrift? Welcher Ton?» Und Du sagst: «Mach mal was Schönes.» Der Designer wählt, nach bestem Wissen und nach seinem Geschmack. Das Ergebnis kann sogar gut aussehen. Aber es basiert auf keiner Strategie, keiner Positionierung, keiner bewussten Entscheidung.

Sechs Monate später lässt Du ein Branding machen. Die Strategin sagt: «Deine Positionierung ist X, Deine Zielgruppe reagiert auf Y, Deine Farbwelt sollte Z sein.» Und plötzlich passt die Website nicht mehr. Die Farben sind falsch, der Ton stimmt nicht, die Bildsprache erzählt eine andere Geschichte. Du zahlst ein zweites Mal.

Szenario 2: Die DIY-Website als Dauerlösung

Du baust selbst eine Website mit Squarespace, Wix oder WordPress. Schnell, günstig, «reicht erst mal». Und dann bleibt sie. Monate. Jahre. Weil es immer etwas Wichtigeres gibt. Und irgendwann merkst Du, dass Du Kunden verlierst. Nicht weil Dein Angebot schlecht ist, sondern weil Dein erster Eindruck nicht stimmt.

75 % der Konsument:innen beurteilen die Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens anhand seiner Website (Stanford Web Credibility Research). Innerhalb von Sekunden. Bevor sie ein Wort gelesen haben.

Mehr darüber, warum Deine Website als Markenerlebnis funktionieren muss, findest Du im Artikel Deine Website als Markenerlebnis.

Szenario 3: Der teure Umbau

Das kostspieligste Szenario. Du investierst CHF 8’000–15’000 in eine professionelle Website. Sieht gut aus, funktioniert technisch. Dann machst Du ein Branding, und die Website muss komplett überarbeitet werden. Neue Farben, neue Schriften, neues Logo, neue Texte, neue Bildsprache. Der Umbau kostet fast so viel wie die ursprüngliche Website.

Insgesamt bezahlst Du CHF 20’000–25’000 für etwas, das Du mit der richtigen Reihenfolge für CHF 15’000 hättest haben können.

Die richtige Reihenfolge: Strategie → Design → Website

So sieht der Prozess aus, wenn er richtig gemacht wird:

Phase 1: Strategie (2–3 Wochen)

Bevor ein einziger Pixel entsteht, klärst Du die Grundfragen:

  • Positionierung: Wer bist Du? Für wen? Was unterscheidet Dich?
  • Zielgruppe: Wer soll kaufen, und was bewegt diese Menschen?
  • Markenwerte: Wofür stehst Du? Welche Haltung transportierst Du?
  • Verbale Identität: Wie klingst Du? Welchen Ton triffst Du?

Das ist die Arbeit, die die meisten überspringen, und dann wundern sie sich, warum ihr Auftritt beliebig wirkt. Falls Du diesen Schritt vertiefen willst: Der Artikel Marke oder Marketing zuerst? erklärt, warum Strategie immer vor Umsetzung kommt.

Phase 2: Visuelles System (2–3 Wochen)

Auf Basis der Strategie entsteht Dein visueller Auftritt:

  • Logo und Logo-Varianten
  • Farbpalette (Primär, Sekundär, Neutraltöne)
  • Typografie (Headlines, Fliesstext, Auszeichnungen)
  • Bildsprache und Gestaltungsraster
  • Brand Guidelines

Dieses System ist Dein Werkzeugkasten. Es definiert, wie alles aussehen soll, nicht nur die Website, sondern jeder Touchpoint.

Phase 3: Website (2–4 Wochen)

Jetzt, und erst jetzt, wird die Website gebaut. Auf einem soliden Fundament:

  • Die Farben stehen fest
  • Die Schriften sind definiert
  • Der Ton ist klar
  • Die Bildsprache ist bestimmt
  • Die Inhalte folgen der Positionierung

Der Webdesigner muss nicht raten. Er setzt um, was die Strategie vorgibt. Das Ergebnis ist eine Website, die nicht nur gut aussieht, sondern Deine Marke transportiert. Jede Seite, jedes Element, jedes Wort arbeitet in die gleiche Richtung.

Die teuersten Websites, die ich sehe, sind nicht die mit dem grössten Budget. Es sind die, die zweimal gebaut werden mussten, weil beim ersten Mal das Fundament fehlte. Café Lang in Zürich ist das genaue Gegenteil: Die Betreiberin kam zu uns mit einem klaren Bild davon, was ihr Café ist. Wir haben das in ein Markensystem übersetzt, und am Ende sagte sie, die Website fühle sich an wie das Café selbst. Das ist das Ziel. Nicht eine schöne Seite, sondern eine echte.

Die Ausnahme: Wann beides gleichzeitig geht

Es gibt eine Situation, in der Du Branding und Website parallel machen kannst: Wenn dasselbe Team beides übernimmt. Dann entsteht die Strategie nicht im Vakuum, sondern direkt mit Blick auf die Anwendung. Die Website wird nicht «danach» gebaut, sie wächst mit dem Branding mit.

Genau so funktioniert unser Essentiell-Angebot für CHF 15’000: Strategie, visuelles System und Website aus einer Hand, in 6–10 Wochen. Kein Übergabe-Chaos zwischen verschiedenen Dienstleistern, keine Reibungsverluste, kein doppeltes Briefing.

Für die meisten KMU und Gründer:innen ist das der effizienteste Weg: einmal richtig investieren, alles zusammen denken, ein konsistentes Ergebnis erhalten.

Was, wenn Du jetzt eine Website brauchst, aber noch kein Budget für Branding hast?

Realität schlägt Theorie. Manchmal brauchst Du einfach eine Online-Präsenz, heute, nicht in drei Monaten. In dem Fall: Mach eine einfache Landingpage. Eine Seite, nicht fünf. Mit Deinem Angebot, einer klaren Botschaft und einer Kontaktmöglichkeit.

Aber mach sie mit dem Bewusstsein, dass sie eine Zwischenlösung ist. Keine Investition in ein aufwändiges Design, das Du in sechs Monaten über den Haufen wirfst. Investiere die Zeit in den Inhalt: was Du anbietest, für wen und warum. Denn diese Vorarbeit brauchst Du für Dein Branding sowieso.

Und wenn das Budget da ist: Starte mit dem Branding und bau die Website danach. Oder mach beides zusammen.

Typische Schweizer Timelines

Wie lange dauert das Ganze? Hier sind realistische Zeitrahmen für den Schweizer Markt:

PhaseDauerWas passiert
Strategie & Positionierung2–3 WochenWorkshops, Analyse, Positionierung
Visuelles Design2–3 WochenLogo, Farben, Typografie, Guidelines
Website2–4 WochenDesign, Entwicklung, Inhalte
Gesamt6–10 WochenVom Briefing bis zum Launch

Das ist kein Sprint. Aber es ist auch kein Marathon. In zehn Wochen hast Du ein professionelles Markensystem und eine Website, die beides transportiert: Deine Marke und Dein Angebot.

Einen Überblick über die Kosten für jede Phase findest Du im Artikel Was Branding wirklich kostet.

Die kurze Antwort

Branding zuerst. Oder beides zusammen. Aber nicht die Website allein.

Du weisst noch nicht, wo Du stehst? Der Brand Check hilft Dir, Klarheit zu gewinnen. Kostenlos, unverbindlich, ehrlich.

Du willst beides zusammen angehen? Das Essentiell-Angebot für CHF 15’000 kombiniert Strategie, Design und Website in einem Projekt. Fixer Preis, klarer Umfang, ein Ansprechpartner.

Die richtige Reihenfolge spart Dir Geld, Zeit und die Frustration, alles doppelt machen zu müssen. Und das ist am Ende die beste Investition, die Du machen kannst.

Häufige Fragen

Soll ich zuerst ein Branding oder eine Website machen lassen? +

Zuerst das Branding. Deine Website ist eine Anwendung Deiner Marke. Ohne Strategie, Logo, Farben und Typografie baut der Webdesigner auf Sand. Das Ergebnis: eine hübsche Seite, die nichts transportiert und bald überarbeitet werden muss.

Was passiert, wenn ich die Website ohne Branding baue? +

Du triffst hunderte Design-Entscheidungen (Farben, Schriften, Bildsprache, Ton) ohne strategische Grundlage. Wenn Du später ein Branding machst, passt die Website nicht mehr, und Du zahlst für den Umbau ein zweites Mal.

Kann ich beides gleichzeitig machen? +

Ja, aber nur wenn dieselbe Person oder dasselbe Team beides macht. Dann entsteht die Strategie parallel zum Design, und die Website wird direkt auf dem neuen Markenfundament gebaut. Genau das bietet unser Essentiell-Angebot.

Wie lange dauert Branding + Website zusammen? +

Bei Alchemy Zürich rechnen wir mit 6 bis 10 Wochen für ein kombiniertes Projekt (Strategie, Design, Website). Der grösste Zeitfaktor ist nicht die Gestaltung, sondern die strategische Vorarbeit und Dein Feedback.

Reicht eine einfache Landingpage als Zwischenlösung? +

Ja, als Übergangslösung absolut. Eine einfache Seite mit Deinem Angebot, einer klaren Botschaft und Kontaktmöglichkeit reicht für den Start. Aber plane von Anfang an, dass sie durch eine richtige Website ersetzt wird, sobald Dein Branding steht.

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